
Dr. Bob Johansen, Distinguished Fellow, Institute for the Future, schaut voraus. Denn nur der Ausblick auf das, was wahrscheinlich kommen wird, ermöglicht Einsichten, die im Hier und Jetzt die Weichen stellen können. Damit lässt sich einer der Grundsätze von Zukunftsforschung recht gut umschreiben, schon gar, wenn der Weitblick ein nicht allzu positiver ist. Johansen, in Bild und Ton live aus den Vereinigten Staaten dem Auditorium des trendforums zugeschaltet, nannte seinen Vortrag dementsprechend auch “Get There Early: Sensing the Future to Compete in the Present”. Und ließ darin anschaulich Probleme zu Chancen werden.
Bestes Beispiel: Der Gesundheitssektor. Von der Erhebung ausgehend, dass 50% der individuellen Vitalität durch eigenes Verhalten beeinflusst werden (und nur ca. 10% vom Zugang zu medizinischen Institutionen abhängt), muss die Frage gestellt werden, inwiefern sich diese Tatsache in zukünftige Technologien, Maßnahmen und Produkte einbringen lässt. Bob Johansen zeigte einen möglichen Entwurf, der sich mit dem befasst, was eine der größten Chancen zukünftiger Strukturen ist: die Vernetzung.
Ähnlich Portalen wie Myspace oder Facebook könnten Netzwerke installiert werden, in denen bspw. eine Stadt von Usern nach gesundheitlichen und lebensräumlichen Faktoren bewertet und geranked wird. Areale, in denen schlechte Luftverhältnissen, saubere Wasserläufe etc. markiert sind, bilden die Grundlage einer solchen Karte. Die Nutzer warnen sich gegenseitig vor kalorienhaltigen Speisekarten in Restaurants, geben online Tipps und Empfehlungen – kurzum: erheben nach und nach eine nach vitalen Gesichtspunkten strukturierte Landschaft. Die vielleicht zehn Jahre später in Head-Up-Displays beim Stadtrundgang zur Verfügung steht.
An diesen Beispiel werden wunderbar die Dinge deutlich, die, nach Johansens Forschungen, entscheidend für die Problemlösungsstrategie der Zukunft sein werden: eine vernetzte Welt, eine auf Erfahrungswerten basierende Wahrnehmung von Realität, eine technologisch und sozial sinnvolle Verbindung von Mensch und technischen Innovationen und, nicht zuletzt, eine neugewonnene Klarheit über Konsequenzen von Handlungen.
Januar 23rd, 2009 at 10:33
Sehr geehrte Damen und Herren,
wäre es möglich, die Kontaktdaten von Herrn Dr. Johansen zu erhalten, da wir an einem seiner Vorträge interessiert sind.
Besten Dank und herzliche Grüße,
Christine Hartl