
Und plötzlich war er da: Ray Kurzweil! Der Guru auf dem Feld der Entwicklung moderner Technologien und der Prognostizierung von Trends im Bereich der Künstlichen Intelligenz stand binnen Sekunden mitten auf der Bühne des Auditoriums – und wirkte beinah zum Greifen real. Jedoch halt nur beinahe, denn immerhin trennten ihn mehrere Tausend Kilometer und ein ganzer Ozean vom Austragungsort des Trendforums. Was ihn allerdings nicht davon abhielt, von Amerika aus mit den Protagonisten vor Ort zu agieren, als könne man sich tatsächlich jeden Moment die Hand schütteln. Als interaktives 3D-Hologramm sprach er dann schließlich rund eine Stunde über Trends ins Sachen Zukunftstechnologien.
Seine erste Erkenntnis aus langen Jahren als Pionier in der Entwicklung von Innovationen: Die besten Ideen sind nichts ohne das richtige Timing. Und: Selbst wenn es unmöglich ist, die Wirkung einer Innovation voraus zu sagen, so lassen sich doch einzelne Faktoren extrahieren, die ihrerseits jeweils ein kleines Rädchen im Gefüge einer komplexen Idee darstellen und in ihrer Wirkung berechenbar sind. Ergo: Wenn man eine komplexe Innovation als Summe dieser einzelnen Elemente entwickelt, wird sie berechenbar – und Erfolg somit planbar.
Kurzweils zweites Erfolgsgeheimnis: Eine Innovation immer als nächsten logischen Schritt zu schon bestehenden Technologien planen. Dabei, so der Vordenker, müsse man sich jedoch vom linearen Vorgehen verabschieden – denn: Nur durch exponentielles Wachstum werden Entwicklungssprünge möglich. “Ohne exponentielle Entwicklung wäre es zum Beispiel nicht möglich gewesen, dass ich als Student damals einen Computer eingesetzt habe, der von dem mobilen Gerät, dass ich heutzutage nutze, leistungstechnisch und vom Kosten-Nutzen-Effekt her komplett in den Schatten gestellt wird. Das moderne Gerät ist millionenfach besser – und millionenfach günstiger als die Technik zu meinen Studentenzeiten.”
In diesem Zusammenhang hatte Kurzweil dann auch gleich ein ernüchterndes Fazit für die Gattung Mensch an sich parat: “Unsere Software ist completely outdated”, stellte er klar. Konsequenz: Statt die Jahrtausende dauernde Evolution abzuwarten, können moderne Menschen nach Ansicht des US-Forschers in zirka 15 Jahren marktfähige Angebote der auf Eingriff in die menschlichen Gene ausgerichteten modernen Medizin anwenden – um zum Beispiel Fettpölsterchen genetisch zu Leibe zu rücken.
Kurzweils Hauptthema jedoch ist und bleibt die künstliche Intelligenz. Und hier erwartet der Wissenschaftler und Buchautor das Erreichen der sogenannten Singularität – den Punkt in der Entwicklung, an dem die künstliche Intelligenz der menschlichen ebenbürtig wird und sich ohne unsere Hilfe aus sich selbst heraus weiter entwickeln kann – für das Jahr 2029. Das sieht der Innovationsexperte jedoch keinesfalls als Bedrohung an – sondern glaubt an eine Koexitenz von Mensch und Maschine, die für beide Seiten zum Vorteil wird.
Dezember 2nd, 2009 at 12:44
Schon vor gut eineinhalb Jahren wurde am ILB in Köln ein erster Testfilm der holographischen Leinwand “HoloPro” fertig belichtet und kam aus der Entwicklungsmaschine. Der Film sieht echt aus wie jedes andere Hologramm – durchsichtig und ein bisschen bunt, dort wo das Licht sich bricht. Und doch: Das Hologramm ist eine völlig neue, eine zufällige Produktidee. Bei der ersten Testvorführung sind die Ingenieure begeistert: Selbst die Projektionen der Texte, Skizzen und Entwicklungspläne vom Computermonitor wirken auf der holographischen Leinwand hell, klar und nicht farbverzerrt.
Wir sind also auf dem richtigen Weg!